Jugendhilfe

Für Kinder, Jugendliche und deren Familien bieten unsere Jugendhilfeeinrichtungen Erziehungshilfen und Betreuungsangebote.

Jugendhilfe

Inhalt

Betreuung in Wohngruppen

Das „Haus an der Dorenburg“ bietet stationäre Jugendhilfe in vier unterschiedlichen Außenwohngruppen an, die alle in Einfamilienhäusern untergebracht sind und über eine wohnliche, kind- und jugendgerechte Atmosphäre verfügen.

Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Wohngruppen übernehmen die Betreuung, Versorgung und Förderung der Mädchen und jungen Frauen und bieten einen sicheren Ort als neuen Lebensmittelpunkt an.

Verlässliche Beziehungen und Kontinuität stehen dabei im Mittelpunkt unserer pädagogischen Arbeit und bieten die Grundlage für eine positive emotionale Entwicklung.

Ein strukturierter Tagesablauf, ein verlässliches Regelwerk und die Gruppe als Lern- und Erfahrungsraum fördern den Erwerb von sozialen Kompetenzen und lebenspraktischen Fertigkeiten. In unserem pädagogischen Setting spielt die Arbeit mit den Familien und Eltern eine zentrale Rolle.

Unsere erzieherische Arbeit orientiert sich an den im Hilfeplan vereinbarten und überprüfbaren Zielen. Wir bieten kurz-, mittel- und langfristige Perspektiven an, die eine Rückführung in die Familie oder Verselbständigung beinhalten können.

Ergänzt wird unsere Arbeit durch Hilfen im ambulanten Bereich.

 

Unsere Wohngruppen sind:

Mädchenwohngruppe Schwingboden

Die Wohngruppe ist ein Angebot für 8 Mädchen im Alter von ungefähr 8 bis 18 Jahren, deren bisherige Biographie zu nachhaltigen emotionalen Störungen geführt hat. Die Gruppe ist als familienersetzendes Angebot konzipiert und daher besonders geeignet für jüngere Kinder und Geschwisterkinder. Durch ein verlässliches emotionales Beziehungssystem und eine klare Regel- und Tagesstruktur können Entwicklungsdefizite, die aus der Vorgeschichte resultieren, aufgearbeitet und ausgeglichen werden. Ein weiterer Schwerpunkt der Gruppe ist die Arbeit mit entwicklungsverzögerten Kindern und Jugendlichen, die häufig einen besonderen Förderbedarf haben.

Eine ganzheitliche Entwicklung und Förderung der Persönlichkeit stehen im Mittelpunkt unserer erzieherischen Arbeit. Die Lage des Wohnhauses ist geschützt, umgeben vom einem großzügigen Außengelände.

Mädchenwohngruppe Hülserdonk

Die Wohngruppe bietet Platz für 7 Mädchen im Alter von 14 bis 18 Jahren, die auf Grund ihrer bisherigen Biographie oder ihrer aktuellen Lebenssituation nicht mehr in ihrer Familie leben können. Häufig haben die Mädchen in ihren Familien Gewalt und Vernachlässigung erfahren, die zu nachhaltigen Störungen in der emotionalen Entwicklung geführt haben. Verhaltensauffälligkeiten, die daraus resultieren, sind im Bereich von Schulverweigerung, Suchtverhalten, Verwahrlosung, Aggressionen, Delinquenz etc. angesiedelt. Die Gruppe verfügt über langjährige Erfahrung im Umgang mit Mädchen aus Migrationsfamilien.

Durch die Einbindung von 2 Männern im Team wollen wir bewusst alternative männliche Rollenbilder erfahrbar machen.

Über eine intensive Beziehungsarbeit wird individuell mit jedem Mädchen eine eigene Lebensperspektive entwickelt und an der Umsetzung dieser Ziele gearbeitet. Die Gruppe ist auf Grund der kleinstädtischen Struktur Kempens eine Alternative zum Großstadtmilieu.

Ein weiterer Schwerpunkt der Wohngruppe ist die Verselbständigung. In einem Anbau befinden sich 2 Trainingsappartements als Vorbereitung auf das Leben in der eigenen Wohnung.

Mädchenwohngruppe Prinzenstraße

Die Wohngruppe bietet Platz für 7 Mädchen im Alter von 13 bis 18 Jahren, die auf Grund ihrer bisherigen Biographie und/oder ihrer aktuellen Lebenssituation nicht mehr in ihrer Familie leben können. Häufig haben die Mädchen in ihren Familien unter anderem sexuellen Missbrauch und Gewalt erfahren, die zu nachhaltigen Störungen in der emotionalen Entwicklung geführt haben. Verhaltensauffälligkeiten, die daraus resultieren, sind im Bereich von Schulverweigerung, Suchtverhalten, Verwahrlosung, Aggressionen, Delinquenz, Selbstverletzungen etc. angesiedelt.

Über eine intensive Beziehungsarbeit wird individuell mit jedem Mädchen eine eigene Lebensperspektive entwickelt und an der Umsetzung entsprechender Ziele gearbeitet. Ein weiterer Schwerpunkt der Wohngruppe ist die Verselbständigung, die in zwei separaten zur Gruppe gehörenden Trainingsappartements angeboten wird. Die Wohngruppe ist in einem Mehrfamilienhaus untergebracht. Das Erdgeschoss und die erste Etage werden von der Wohngruppe genutzt. In den anderen Etagen befinden sich unser ambulantes Jugendhilfebüro, 1 Mutter-Kind-Wohnung und 4 weitere Wohnungen für Intensives Einzelwohnen (IEW) und Sozialpädagogisch-Betreutes Wohnen (SBW). Die verschiedenen Angebote im Haus greifen ineinander und bieten gute Möglichkeiten für unterschiedlich intensive stationäre und teilstationäre Betreuungsformen.

Mädchenwohngruppe Siedlerweg

Die Wohngruppe ist ein Angebot für 7 Mädchen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Sie bietet ein verlässliches emotionales Beziehungssystem und klare Regelstrukturen. Das Angebot richtet sich an Jugendliche, deren Eltern sich häufig in einer besonders problembelasteten und überfordernden Lebenssituation befinden. Dadurch erfahren sie in ihren Herkunftsfamilien oft nicht die erforderliche Unterstützung für eine positive Persönlichkeitsentwicklung.

Daraus resultieren Auffälligkeiten wie ein erhöhtes Aggressionspotential, Kommunikationsstörungen, mangelndes Sozialverhalten und Beziehungsunfähigkeit. Durch die Orientierung an den vorhandenen Ressourcen und deren Weiterentwicklung ermöglichen wir das Erlernen alternativer Verhaltensweisen.

Eine Aufarbeitung der Biographie und eine systemische Herangehensweise führen zur Stabilisierung der Betreuten und zu einer Stärkung der Erziehungskompetenz bei den Eltern. Dies ermöglicht häufig eine erfolgreiche Rückführung in den elterlichen Haushalt.

 

Intensiv betreute Wohngemeinschaften

Wohngemeinschaft Färberland

Die Wohngemeinschaft Färberland ist ein Angebot für seelisch behinderte oder von seelischer Behinderung bedrohte junge Frauen, deren Persönlichkeitsentwicklung durch traumatische Erlebnisse erheblich gestört ist.

In der Wohngruppe leben bis zu 5 junge Frauen ab 17 Jahren. Sie leiden oftmals unter psychischen Störungen bis hin zu psychischen Krankheitsbildern. Aufgrund dessen sind sie nur bedingt in der Lage, den alltäglichen Anforderungen des Lebens gerecht zu werden. Die üblichen altersadäquaten Verselbständigungsangebote stellen immer eine Überforderung dar.

Der Umgang und die Auseinandersetzung mit der bestehenden Erkrankung ist Grundlage der Arbeit mit den jungen Frauen und notwendig zum Verständnis der Erkrankung. Ein gut strukturierter Alltag, verlässliche Beziehungsstrukturen und die Vernetzung mit therapeutischen Hilfsangeboten führen zum Erlangen psychischer Stabilität. Dies ermöglicht die Entwicklung eigener Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die individuelle Förderung erfolgt in kleinen Schritten und mit einem erhöhten Personaleinsatz.

2er-Wohngemeinschaft

Die 2er-Wohngemeinschaft ist ein Angebot für zwei junge Frauen ab siebzehn Jahren, die seelisch behindert oder von seelischer Behinderung bedroht sind. Das Konzept richtet sich an junge Frauen, die dem Setting der Intensivwohngruppe Färberland entwachsen, aber mit dem Leben in einer eigenen Wohnung noch überfordert sind. Für diese Frauen ist die Vorstellung vom Alleine-Leben in einer eigenen Wohnung häufig mit großen Ängsten besetzt. Das Setting unserer Wohngemeinschaft wirkt diesen Ängsten entgegen und bietet Sicherheit durch Gesellschaft. Unterstützt wird dies durch den zusätzlichen Einsatz einer Hauswirtschaftskraft im Nachmittagsbereich und ehrenamtlicher Mitarbeiterinnen im Abendbereich.

Analog zum Intensiven Einzelwohnen (IEW) finden drei Kontakte wöchentlich durch die pädagogischen Fachkräfte statt. Ziel der Arbeit ist die Verselbständigung und das Leben in einer eigenen Wohnung trotz psychischer Beeinträchtigung.

 

Unsere ambulanten Hilfen sind:

Neben den bisher genannten stationären Hilfeformen bieten wir auch teilstationäre und ambulante Angebote an, die durch unsere Jugendhilfebüros in Duisburg und im Kreis Viersen abgedeckt werden.

Im ambulanten Bereich bieten wir folgende Hilfeformen an:

  • Sozialpädagogisch-Betreutes Wohnen (SBW)
  • Intensives Einzelwohnen (IEW)
  • Mutter-Kind-Betreuung (MuKi)
  • Flexible Hilfe (FLEX)
  • Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH)
  • Coaching
  • Individuelle Zusatzleistungen: WenDo, tiergestützte Förderung durch Therapiebegleithundeteam, Kunsttherapie, Erlebnis- und Umweltpädagogik etc.

Die Ziele der Hilfsangebote orientieren sich dabei immer am individuellen Förderbedarf. Sie dienen der Stabilisierung der Persönlichkeit und ermöglichen eine selbständige Lebensführung.

Das Angebot der ambulanten Hilfeformen richtet sich an Jugendliche und Heranwachsende, Eltern und Familien, junge Mütter und seelisch behinderte junge Frauen. Dies kann in einer eigenen Wohnung auf dem freien Wohnungsmarkt oder im geschützten Rahmen in einer unserer Trainingswohnungen erfolgen.

Im Rahmen von Coaching bieten wir ergänzende Hilfen bei stationärer Unterbringung in einer unserer Wohngruppen an. Dies kann folgende Punkte umfassen: Freizeitangebote, Kreativangebote, Nachbetreuung, Begleitung bei Rückführung, begleiteter Umgang etc.